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Benndorfer Holzbau

Innovative Produkte aus Holz, speziell für ältere Menschen entworfen: Mit diesem Konzept ist Benndorfer Holzbau der Sekundarschule Benndorf zweitbeste Schülerfirma Deutschlands geworden. Wir haben mit Niklas und Leon (beide 16) über die Arbeit in ihrer Firma gesprochen.

 

Leon: Ich bin der stellvertretende Geschäftsführer, Niklas der Geschäftsführer. In unserer Firma kümmern wir uns um alles, was nicht direkt Produktion ist. Das Marketing, die Kleidung, Bestellungen, eigentlich alles – bis auf die Buchhaltung.

Niklas: Ja, die Buchhaltung schaffen wir nicht mehr. Wir sind nur zu zweit in der Geschäftsführung, alle anderen werden in der Produktion gebraucht. Da holen wir uns dann Hilfe bei unserer Lehrkraft.

 

Niklas: Aus Benndorf in Sachsen-Anhalt.

Niklas: Es gab ein Problem... und wir hatten dafür die Lösung.

Leon: Direkt bei uns an der Schule, nur die Straße runter, gibt es ein Altenheim. Die Leiterin kam eines Tages auf die Schule zu und sagte, dass viele der Rentner gerne weiter Gartenarbeit verrichten wollten, aber sich nur schwer bücken können. Unser Lehrer Herr Mantey ist darauf aufmerksam geworden.

Niklas: So ist es dann zur Idee des Hochbeetes gekommen. Und über den Wirtschaftsunterricht entstand langsam die Firma. Mittlerweile haben wir aber natürlich noch andere Produkte: eine Rundbank für Bäume, ein Schnippsspiel und ein Hochbeet für Kinder.

 

Niklas: Wir haben wirklich viel gelernt. Wie man eine Schülerfirma führt, was alles dazu gehört. Für mich selbst habe ich festgestellt, dass ich nach der Schule keine Firma leiten möchte. Mir machen andere Bereiche mehr Spaß. Zum Bespiel habe ich die Website für unsere Schülerfirma gebaut – und das ist was ich am spannendsten finde.

Leon: Man lernt, ordentliche Absprachen zu treffen und im Team zu arbeiten. Nur so läuft es flüssig. Ich könnte mir schon vorstellen, irgendwann mal eine Firma zu führen. Nur nicht in Benndorf. (lacht)

„Mit der Schülerfirma haben wir den Konflikt zwischen Schülern und Lehrern auflösen können. Hier arbeiten wir als Team und unterstützen uns gegenseitig. Und das ist dann auch im Unterricht spürbar.“

Sven Manthey, Lehrer an der Sekundarschule Benndorf und Initiator der Schülerfirma Benndorfer Holzbau

Niklas: Mit Blick auf unsere Ideen war dieses Jahr sicherlich das beste! Unsere neuen Produkte, wie das Schnippsspiel und auch die Rundbank, kamen dieses Jahr hinzu. Geplant ist auch noch ein Wagen, der mit verschiedenen Duftproben und anderem Material bestückt ist. Viele der Seniorinnen sind ans Bett gebunden. So können wir etwas für sie tun.

Leon: Wir beide scheiden ja dieses Jahr aus der Schülerfirma aus – und gerade ist das Ziel, Nachwuchs zu finden. Wie gesagt: Für die Produktion haben wir genug Schülerinnen und Schüler, aber für Geschäftsführung, Marketing und Buchhaltung brauchen wir Nachwuchs. Da muss man viel mit Photoshop und ähnlichem arbeiten. Das wollen nicht viele.

Niklas: Ja, Herr Mantey möchte da vor allem mit jüngeren Schülerinnen und Schülern zusammenarbeiten. Wir sind jetzt seit knapp zwei Jahren dabei und dann wieder weg. Je jünger die neuen Mitarbeitenden sind, desto mehr können sie bis zum Ende der Schulzeit lernen.

 

Niklas: Beim Marketing hilft uns vor allem das Internet. Und in diesem Bereich haben wir wirklich viel gelernt.

Leon: Aber man muss schon sagen: Herr Mantey unterstützt uns wo er nur kann. Er steht hinter uns und der Schülerfirma.

Niklas: Und in unserem Fall muss man auch sagen: Auch die Schulleitung steht hinter uns. Es gibt viele, die sich vor so einem Projekt scheuen und es vielleicht eher blockieren. Bei uns haben wir das volle Vertrauen der Schulleitung. Herr Mantey kann mit uns alle Entscheidungen treffen, nichts muss erst von der Schule erlaubt werden. Da herrscht großes Vertrauen in unsere Arbeit!

 

Niklas: Marketing! Ganz klar: Wir haben uns sehr viel erarbeitet in den letzten Jahren und haben unter anderem einen eigenen Film produziert. Dennoch brauchen wir da Unterstützung.

Leon: Ja, das stimmt! Wir könnten da noch professioneller arbeiten. Dafür wäre es schon gut, wenn man Hilfe von außen hätte. Die Produktion ist für uns gar kein Problem, das können wir an unserer Schule.

Niklas: Wir kooperieren offiziell mit einem Altenheim, das stimmt. Aber wir verkaufen unsere Produkte an ganz viele Altenheime, die zum Netzwerk unseres Altenheims gehören. Als das ZDF zu Besuch war, hat uns die Leiterin schon gesagt, dass sie auch für weitere Einrichtungen Hochbeete braucht. Mittlerweile sind wir sogar dabei, unseren Radius auszuweiten, um noch mehr Menschen zu erreichen. Dafür haben wir Testprodukte an weitere Altenheime geschickt.

Leon: Grundsätzlich verkaufen wir unsere Produkte aber nicht nur an Senioren. Auch Privatleute kaufen Hochbeete bei uns. Auch Lehrerinnen und Lehrer an unserer Schule kaufen bei uns ein.

Niklas: Wir könnten das Hochbeet auch teurer anbieten. Aber wir haben unseren Preis gewählt, weil er die Produktionskosten deckt und ausreichend Gewinn bringt.

Leon: Wir wollen halt echt niemanden ausbeuten.

Niklas: Ja, und wir merken auch, dass das honoriert wird. Es ist nicht so, dass wir einmal Hochbeete an ein Altenheim verkaufen. Die Kunden kommen wieder und bestellen mehr. Kundenbindung ist uns wirklich wichtig.

 

 

Danke für das Gespräch!

 

 

 

Fotos: © Friedrich Bungert / DKJS

Imagefilm der Schülerfirma Benndorfer Holzbau

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